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Philosophie des Tantra
Tantra wertet nicht. Es gibt kein gut oder böse.
Die Wertungslosigkeit beruht auf der Erkenntnis, daß alles göttlich ist und hinter jedem inneren oder äußeren Dämon ein kostbarer Schatz zu finden ist. Die Wertung gut, schafft auch die Wertung schlecht. Diese Wertung führt häufig dazu, daß wir gegen das Böse kämpfen, statt Energie für das Ziel einzusetzen. Wollen wir z. B. in Urlaub fahren, so hilft es uns für die Vorbereitung mehr, wenn wir wissen, daß wir auf eine Kanarische Insel wollen, als wenn wir nur davon ausgehen, nicht nach Berlin zu wollen.
Außerdem führt Wertung zur Verdrängung des angeblich Negativen und schafft so eine Trennung von der Gesamtheit. Zur Verdrängung ist Druck erforderlich und Druck erzeugt bekanntlich Gegendruck und kostet außerdem Zeit und Kraft. Im Tantra geht es nicht um unterdrücken, sondern um verstehen. Aus dem Verstehen heraus kann es auch zu Veränderung kommen. So lautet eine tantrische Aussage: "Unterdrücke Dich nicht, aber gehe auch nicht ins andere Extrem Dich gehen zu lassen, sondern gehe wach, aufmerksam und bewußt in die Mitte."
Tantra beginnt bei Dir. Der andere spiegelt Dir nur Deine eigene Energie und hilft Dir sie bewußt zu machen. Ein Partner ist z. B. Spiegel für Dich, Deine innere Mann und steht gleichzeitig auch für alle Männer (die Männlichkeit) und für Gott.
Letzlich ist alles mit jedem möglich (aber nicht erzwingen), da der andere mir meine eigene Energie und Vorstellungen spiegelt und hilft, sie bewußt zu machen.
Der Körper ist im Tantra der Tempel Gottes.
Tantra lehrt auch die Eigenverantwortung des Erlebens und die Einmaligkeit jedes Menschen.
Selbstliebe ist die Basis für alles. Dies hat nichts mit Egoismus zu tun. Denken wir nur einmal an den christlichen Satz: "Liebe Deinen Nächsten, wie Dich selbst." Je mehr Du selbst hast, desto mehr kannst Du anderen geben.
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